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Schwere Vorwürfe gegen Markus Grill. Wiki-Watch Co-Initiator wirft SPIEGEL-Redakteur Medienmanipulation vor.

Von Neuraltherapie.Blog | 18.März 2013

Ein fast zweijähriger Rechtsstreit zwischen SPIEGEL-Verlag und dem Journalisten Jobst Spengemann nähert sich seinem Ende und könnte für SPIEGEL-Redakteur Markus Grill weitreichende berufliche Konsequenzen haben. Anlass ist eine Frontal21-Sendung vom 18.01.2011, gemäß der zwei Pharma-Händler versuchten, einen sie belastenden Kronzeugen unschädlich zu machen und die mit der vorübergehenden Verhaftung eines der beiden Pharma-Händler wegen Verdunkelungsgefahr endete (1). Markus Grill verfasste anschließend den SPIEGEL-Artikel „Mal PR-Agent, mal Reporter“ (2), in dem er behauptete: „ … inzwischen gibt es Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Autors, Jobst Spengemann. Denn der … hat früher selbst ähnliche Kampagnen gegen Pharmakritiker mit geplant.“ Diese groteske und schwer rufschädigende Tatsachenbehauptung hat einer fast zweijährigen gerichtlichen Prüfung bisher nicht standgehalten. Verkündet das Kammergericht Berlin am 22. April 2013 nun ein Urteil, welches dem entspricht, was es in seiner letzten Sitzung am 25.02.2013 schon angedeutet hat, so wird dies Einfluss auf Grills berufliche Zukunft haben. Denn es gibt weitere schwere Vorwürfe, zu denen der SPIEGEL-Redakteur Rede und Antwort stehen muss. Der langjährige Journalist Prof. Wolfgang Stock wirft Markus Grill vor, „politische Kampagnen … und private Rachefeldzüge“ durchzuführen (3).x

Abbildung: Abspann eines Frontal21-Beitrags von Christian Esser und Jobst Spengemann, gesendet am 18.01.2011.
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Meldungen vom 24. August und 6. Mai 2013:

Aus aktuellem Anlass nachträglich eingefügter Links:

Jagd im gleichen Revier: über SPIEGEL, Frontal 21 und die Fließbandproduktion von Skandalen im Gesundheitswesen

Urteil im „Grill-Spengemann-Prozess“: Frontal21-Autor Jobst Spengemann siegt in allen Punkten gegen Markus Grill.

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„Geschichte kann nicht stimmen, und das schreiben die Autoren selbst“

Sebastian Esser, Initiator der Plattform Krautreporter und ehemals Chefredakteur des (inzwischen eingestellten) Medien-Magazins V.i.S.d.P., ist schon unmittelbar nach Erscheinen von Markus Grills SPIEGEL-Artikel „Mal PR-Agent, mal Reporter“ aufgefallen, dass dieser einen grotesken Sachverhalt beinhaltet:

„Die SPIEGEL-Autoren legen nun nahe, Spengemann habe womöglich auf Initiative Massaads einen Rachefeldzug mit Hilfe von „Frontal 21“ initiiert. Allerdings steht am Ende dieser Ausführungen ein erstaunlicher Absatz, der alles zuvor Dargelegte ad absurdum führt. Sinngemäß heißt es darin, dass Spengemann die Beweismittel für seinen „Frontal 21“-Bericht nicht von Massad haben könne, weil dieser sie erst später erhalten habe. Mit anderen Worten: Die SPIEGEL-Geschichte kann nicht stimmen, und das schreiben die Autoren selbst.

Quelle: Einfach mal googeln – Wie ein schlampig recherchierter SPIEGEL-Artikel einen freien Journalisten diffamiert, Sebastian Esser, 11.02.2011
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Abbildung: Ankündigung des Kammergerichts Berlin zur Urteilsverkündung im Markus Grill betreffenden Prozess Spengemann ./. Spiegel-Verlag u.a. - Bild vergrößern …
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Prof. Wolfgang Stock wirft Markus Grill Medienmanipulation vor

Verkündet das Kammergericht Berlin am 22. April 2013 um 12:00 Uhr ein Urteil zu Ungunsten der SPIEGEL-Seite, dann wird dies den Blick auf einen grotesken, ähnlich gelagerten Fall lenken, der indirekt auch die Neuraltherapie betrifft, um die es in diesem Blog geht.

Im Sommer 2011 berichteten SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE (4) in insgesamt fünf Beiträgen über angebliche „Manipulation“ und angebliches Fehlverhalten des langjährigen Journalisten Prof. Dr. Wolfgang Stock im Zusammenhang mit Wikipedia und dem Projekt Wiki-Watch. Drei Artikel stammten von SPIEGEL-Redakteur Markus Grill. Wer Grills alte Artikel heute bei SPIEGEL ONLINE liest, der erfährt dort nicht, dass der von ihm vermittelte schwer rufschädigende Eindruck schon längst widerlegt ist, was Prof. Stock in einem Interview zu den Vorwürfen sagte (5) (6) und dass die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) die „von diversen Medien“ erhobenen Vorwürfe sorgfältig geprüft und als „nachweislich falsch“ eingestuft hat (7). Leser von Markus Grills drei Wiki-Watch betreffenden schwer rufschädigenden Artikeln erfahren auch nicht, dass Prof. Wolfgang Stock gegen die FAZ GmbH und den freien Journalisten Jörg Wittkewitz, die ursprüngliche Quelle der Vorwürfe, wegen einer zweistelligen Anzahl falscher Tatsachenbehauptungen eine Unterlassungs- und zwei Abschlusserklärungen gerichtlich durchsetzen konnte (8). Auf ein letztes verbliebenes Verdachtsmoment, Prof. Wolfgang Stocks Bearbeitungen des Wikipedia-Artikels „Insulin glargin“, geht der Blogbeitrag „Das war alles, Herr Grill? Besichtigung eines journalistischen Scherbenhaufens“ ein.

Es gibt hier somit verblüffende Parallelen zwischen dem „Grill-Spengemann-Prozess“ in Berlin und Markus Grills schlampig recherchierter und schwer rufschädigender Berichterstattung über Prof. Wolfgang Stock. Dieser wirft SPIEGEL-Redakteur Markus Grill nun „Medienmanipulation“ und ein Spiel „mit dem Feuer“ vor. In einem CAM Media.Watch-Interview sagt er (6):
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„Damit wir uns nicht missverstehen. Ich werfe Markus Grill nicht vor, fehlerhaft berichtet zu haben. Fehler sind menschlich und lassen sich korrigieren. Mein Anliegen ist viel schwerwiegender: Ich sehe deutliche Indizien dafür, das Markus Grill politische Kampagnen organisiert und private Rachefeldzüge durchführt. Und zwar nicht nur in Hinblick auf die Themen Lantus, Wiki-Watch und meine Person.

Schauen Sie sich seinen derzeit noch offenen Rechtsstreit mit dem Journalisten Jobst Spengemann an und Sie werden Parallelen entdecken. Aus meiner Sicht spielt Herr Grill mit dem Feuer.“
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Indizien für eine Intrige von Wikipedia-Aktivisten, die Wiki-Watch bekämpfen

In seinem neuen Watchblog Faktencheck „Markus Grill“ (9) dokumentiert der Medizin- und Wissenschaftsjournalist Claus Fritzsche, auch Autor und Redakteur dieses Blogs, dass es 2011 rund um die Wiki-Watch und Prof. Wolfgang Stock betreffende Berichterstattung deutliche Indizien für eine Intrige von Wikipedia-Netzaktivisten gab, denen das Projekt Wiki-Watch von Anfang an ein Dorn im Auge war. Im Watchblog heißt es dazu:

„Nun muss man wissen, dass sich in Deutschland in den letzten Jahren eine teils subversive Szene von Netzaktivisten herausgebildet hat, die sehr gut vernetzt ist, innerhalb der Wikipedia-Deutschland-Community aktiv und einflussreich ist, Wikipedia auch für den ideologisch-politischen Kampf instrumentalisiert, in der rund um ideologisch aufgeladene Themen ein rauher bis aggressiver Ton vorherrscht und für die Prof. Stock aus vielen Gründen das ist, was Knoblauch für Vampire bedeutet: Hier ein CDU-Mitglied und bekennender Christ, dort weit weit links angesiedelte, teils atheistisch fundamentalistische Aktivisten in Kampflaune. Dr. Marius Beyersdorff hat Aktivitäten dieser Szene in seiner Dissertation „Wer definiert Wissen?“ akribisch dokumentiert.“

Wiki-Watch ist angetreten, um Wikipedia transparenter zu machen, den Blick auf Edit-Wars, falsche Darstelllungen und Verleumdungen zu lenken. Weil es einem politisch und ideologisch hoch motivierten Teil von Wikipedia-Autoren und -Administratoren inzwischen jedoch mehr um politische Macht, Meinungsbildung und Bekämpfung von Feindbildern geht (alles nachzulesen in der Dissertation von Dr. Marius Beyersdorff) als um die regelkonforme Pflege einer Enzyklopädie, wurde Wiki-Watch schon direkt nach seiner Gründung politisch bekämpft. Wie offenkundig Medienmanipulation „by Wikipedia ist, das zeigt sich bereits an dem Sachverhalt, dass es keinen Wikipedia-Artikel über Wiki-Watch gibt (10), dafür jedoch einen Wikipedia-Artikel über den anonymen Internetpranger Psiram (11) (12), ein in kriminelle Internetaktivitäten und Cyber-Mobbing verwickeltes Projekt atheistischer Fundamentalisten, die in der Wikipedia-Deutschland-Community politisch schon seit Jahren so eine Art „digitale Luftüberlegenheit“ haben.
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Über die Neuraltherapie und „Negative Campaigning“, auch bei Wikipedia …

Immer mehr Hinweise sprechen dafür, dass es zwischen den aus der Wikipedia-Community stammenden rufschädigenden Behauptungen gegen Prof. Wolfgang Stock und der grob irreführenden und falschen Darstellung der Neuraltherapie bei Wikipedia eine Parallele gibt. Netzaktivisten nutzen heute verschiedene Instrumente, um ihre jeweiligen Feindbilder auch ONLINE zu bekämpfen und führen dabei teils hoch professionell organisierte Negativ-Kampagnen durch. Sie nutzen die Bewertungsplattform „Web of Trust“ (13), Wikipedia (14) und anonyme Internetpranger wie Esowatch/Psiram.com (11). Sowohl bei Prof. Wolfgang Stock, der ein bekennender Christ ist, als auch im gesamten Themengebiet der Komplementärmedizin betätigen sich atheistisch fundamentalistische Netzaktivisten aus dem Umfeld der sog. Skeptiker-Bewegung, die über befreundete Journalisten Zugang zu reichweitenstarken Redaktionen haben und bisher schon eine ganze Reihe ideologisch aufgeladener Artikel beispielsweise bei SPIEGEL ONLINE, Sueddeutsche.de oder Heise (Telepolis) „platzieren“ konnten.

Der Hamburger Arzt und Neuraltherapie-Experte Dr. med. Hans Barop prüfte Anfang 2010, inwieweit der Wikipedia-Artikel über die Neuraltherapie den derzeitigen Wissensstand repräsentiert (15). Das Ergebnis seiner Untersuchung fasste er wie folgend zusammen:

„Der Wikipedia-Eintrag wurde von nicht hinreichend qualifizierten Personen vorgenommen. Die Informationen über die Neuraltherapie sind veraltet und tendenziös … Nach Informationen suchenden Bürgern und Hilfe suchenden Patienten wird ein teils auf falschen teils auf veralteten Informationen basierendes abschreckendes Zerrbild der Behandlungsmethode präsentiert. Zusammengefasst würde die Aussage über Neuraltherapie bei Wikipedia etwa lauten: Es handelt sich um eine Behandlungsmethode mit außerordentlicher Gefährlichkeit ohne weiteren Nutzen für den Patienten.“

Dr. med. Hans Barop stellte in seiner Analyse fest, dass die aktuelle wissenschaftliche Literatur von den Autoren komplett ignoriert wird und sich die geschilderten Komplikationen auf 30 bis 50 Jahre alte Fälle beziehen, die mit fehlerhaften Injektionstechniken zusammenhängen, die nicht der Methode anzulasten sind und die schon seit Jahrzehnten nicht mehr zum Einsatz kommen. Die deutlich auf auf „Negative Campainging“ hindeutende tendenziöse Darstellungsweise des Wikipedia-Artikels „Neuraltherapie“ hat sich seit 2010 nicht verändert. Geändert hat sich in der Zwischenzeit die Einstufung der Neuraltherapie in der Schweiz. Das Eidgenössische Departement des Innern veröffentlichte 2011 eine Meldung (16), wonach „Schmerzbehandlung mittels Injektionen von Lokalanästhetika (sog. lokale und segmentale Neuraltherapie)“ ohne zeitliche Einschränkung von der Schweizer Grundversicherung bezahlt werden und als „nicht zur Komplementärmedizin zugehörige Leistung“ beurteilt werden. Siehe hierzu auch das Interview mit Prof. Dr. med. Lorenz Fischer von der Universität Bern.
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Es sind aber nicht nur atheistische Fundamentalisten, die das Internet – inkl. Wikipedia – nutzen, um ihre weltanschaulichen Grabenkämpfe zu organisieren. Das World Wide Web dient ideologischen Gruppen unterschiedlichster Art als Plattform. Neu ist, das zeigt Markus Grills missratene Berichterstattung über Prof. Wolfgang Stock und Wiki-Watch, dass Netzaktivisten reichweitenstarke Redaktionen beeinflussen können und sich „renommierte“ Journalisten – ob nun bewusst oder unbewusst -  als mediale Steigbügelhalter zur Verfügung stellen.
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Quellen:

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(1) Pharma-Händler verhaftet – Anlass war ein Beitrag in der ZDF-Sendung “Frontal 21″, ots-Pressemitteilung des ZDF, 19.01.2011
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(2) ZDF – Mal PR-Agent, mal Reporter, Markus Grill, Martin U. Müller, DER SPIEGEL 6/2011 – siehe hierzu auch der hier verlinkte Beitrag im Blog Faktencheck „Markus Grill“ mit Quellenangaben …
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(3) Schwere Vorwürfe: Wiki-Watch Co-Initiator wirft Markus Grill Medienmanipulation vor. Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Stock, Faktencheck „Markus Grill“, 09.03.2013
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(4) Faktencheck: Markus Grills Behauptungen über Wolfgang Stock und Wiki-Watch auf dem Prüfstand. (Teil 1) #Medienmanipulation, Faktencheck „Markus Grill“, 11.03.2013
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(5) Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Stock. Über Wiki-Watch, Markus Grill und gewagte Verdachtsberichterstattung, CAM Media.Watch, 03.09.2012
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(6) Zweites Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Stock, Markus Grills SPIEGEL- und SPON-Berichterstattung betreffend, Faktencheck „Markus Grill“, 11.03.2013
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(7) Wiki-Watch organisiert sich neu, Medieninformation Nr. 129-2011, Prof. Dr. Wolff Heintschel von Heinegg, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), 07.09.2011
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(8) Dokumentation Wiki-Watch, Prof. Dr. Wolfgang Stock, www.convincet.de
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(9) Markus Grill über Wiki-Watch und Wolfgang Stock: Eine phantastische Geschichte, die einem Faktencheck leider nicht standhält, Faktencheck „Markus Grill“, 07.03.2013
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(10) Wikipedia-Suche nach „Wiki-Watch“, http://de.wikipedia.org
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(11) Faktencheck zum Telepolis-Artikel von Guido Watermann. „Esowatch heißt jetzt Psiram“, Claus Fritzsche, www.esowatch.org, 14.07.2012
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(12) Wikipedia-Artikel Psiram, Version 03.02.2013 um 15:22 Uhr, http://de.wikipedia.org
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(13) Über WOT, „Negative Campaigning“ und Psiram.com bzw. Esowatch.com, Claus Fritzsche, 25.08.2012, www.esowatch.org
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(14) Medizin: Wikipedia auf dem Prüfstand. Qualität von Gesundheitsinformationen ist hoch, befriedigend und sehr niedrig, Claus Fritzsche, CAM Media.Watch, 11.01.2012
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(15) Wikipedia-Kritik: Neuraltherapie wird sachlich falsch und tendenziös dargestellt, Dr. med. Hans Barop, Neuraltherapie.Blog, 01.02.2010

(16) Änderungen bei medizinischen Leistungen, Analysen und Mitteln und Gegenständen beschlossen, Bundesamt für Gesundheit, 21.06.2011

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