Über dieses Blog

Neuraltherapie, was ist das?
Die Neuraltherapie ist neben der Homöopathie und Akupunktur eine bedeutende und international weit verbreitete komplementärmedizinische Methode. Eine Vielzahl chronischer aber auch akuter Krankheiten von Migräne, Allergien, Trigeminusneuralgie über Rheuma, Hypertonie und Arthrose bis hin zu Depressionen, Asthma und Reizblase kann im Rahmen der Neuraltherapie durch gezielte Ansprache des vegetativen Nervensystems erfolgreich behandelt werden.
Dabei werden die Nervenfasern des autonomen (willentlicher Kontrolle weitgehend entzogenen) Nervensystems mit einem Lokalanästhetikum wie z. B. Procain umspült und kurzzeitig blockiert. Procain zerfällt am Ort der Injektion binnen weniger Minuten in zwei Bestandteile, die ungiftig sind und muss daher vom Körper nicht entgiftet werden.
Ein Verfahren der Regulationsmedizin
Die Neuraltherapie ist ein Verfahren der Regulationsmedizin, welche den Menschen nicht auf seinen Körper reduziert und stattdessen als Ganzes betrachtet. Sowohl der Körper als auch die mentale und emotionale Ebene eines Menschen spielen in der Regulationsmedizin eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Eigenregulation bzw. Homöostase und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Risiken und Nebenwirkungen
Entgegen diversen falschen Darstellungen auf Internetseiten wie z. B. Wikipedia ist die Neuraltherapie dann sicher und frei von Risiken und Nebenwirkungen, wenn sie von gut ausgebildeten und erfahrenen Ärzten praktiziert wird. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf Lokalanästhetika wie Procain oder Lidocain kommen. Qualifizierte Ärzte wissen dies und testen mögliche allergische Reaktionen im Vorfeld. Auf der Homepage des Instituts für Naturheilkunde und Traditionelle Chinesische Medizin (ambulantes Behandlungszentrum an den Kliniken Essen-Mitte / Knappschafts-Krankenhaus) heißt es zu möglichen Nebenwirkungen der Neuraltherpaie: „Bei guter Kenntnis der Anatomie, der Injektionstechniken und bei Einhaltung der Höchstdosen handelt es sich um eine äußerst risikoarme Therapieform.“
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Ziel des Neuraltherapie.Blogs
»Auch komplexe komplementärmedizinische Verfahren können in gut angelegten Studien untersucht werden. Dafür müssen die theoretischen Grundlagen bekannt sein und empirische Erkenntnisse über die Routineversorgung vorliegen«, schrieb Prof. Dr. med. Claudia M. Witt im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl 2009; 106(37): A 1786-9). Diese Feststellung gilt auch für die Neuraltherapie.
Die Neuraltherapie wird an der Universität Bern (KIKOM) erforscht und gelehrt, am Universitätsklinikum Heidelberg gelehrt und in Zukunft auch an der Berliner Charité (CHAMP) wissenschaftlich begleitet. Laut KIKOM wurde der wissenschaftliche Nachweis für die Wirksamkeit der Neuraltherapie durch »eine große Zahl publizierter Einzefallkasuistiken und durch verschiedene klinische Studien« erbracht. Auch ein im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin (PEK) von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebenes Health Technology Assessment stellte die Neuraltherapie in ein positives Licht (hier eine Zusammenfassung der HTA-Ergebnisse von Prof. Dr. med. Lorenz Fischer, Universität Bern).
Forschung: Es ist noch viel zu tun.
Alles dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Erforschung der Neuraltherapie noch viel zu tun ist. Es gibt ein Defizit an kritisch-wissenschaftlicher Hinterfragung von Modellvorstellungen der Neuraltherapie. Weiterhin fehlen Versorgungsstudien, welche die Qualität, Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit der Neuraltherapie unter realen Bedingungen (»Real-World Effectiveness«) untersuchen und sich qualitativ z. B. mit den gerac-Studien vergleichen lassen.
Neuraltherapie in Forschung und Anwendung
Ziel dieses Blogs ist es, über die Erforschung und Anwendung der Neuraltherapie mit journalistischem Anspruch zu berichten. Um ein breiteres Publikum zu erreichen, sollen an dieser Stelle auch weitere Themen wie z. B. Integrative Medizin (d. h. die Verbindung moderner schulmedizinischer Errungenschaften mit dem wissenschaftlich gesicherten Erfahrungsschatz der Komplementärmedizin), ganz allgemein komplementärmedizinische Forschung (CAM research) und Gesundheitsprävention inhaltlich erschlossen werden.
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Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. med. Lorenz Fischer
Universität Bern, Kollegiale Instanz für Komplementärmedizin
Prof. Dr. med. Lorenz Fischer wurde 1953 in Meiringen, Berner Oberland, geboren. Medizinstudium in Bern, Staatsexamen 1981. Doktorat 1984. Zwei Jahre Assistenzarzt am Anatomischen Institut der Universität Bern, Abt. Entwicklungsbiologie (Prof. P. Buri). Bis 1989 Ausbildung zum Facharzt Allgemeine Medizin FMH (Allgemeine Chirurgie, Traumatologie, Rheumatologie, Neurologische Rehabilitation, Innere Medizin). Während dieser Zeit Bergrettungs-Einsätze bei der REGA. Ab Ende Achtzigerjahre systematische Einarbeitung in die Neuraltherapie nach Huneke. 1989 Praxiseröffnung mit Schwerpunkt Neuraltherapie. Neuraltherapeutische Lehrtätigkeit in verschiedenen Ländern seit 1994. Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke (IGNH), ebenfalls der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke (SANTH). Seit November 2002 Dozent für Neuraltherapie an der Universität Bern.
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Herausgeberin

Imke Plischko
Ärztin, Mitglied im Vorstand der IGNH e. V.
Imke Plischko, geb. 1963, studierte an der Ludwig Maximilians Universität München Medizin und absolvierte 1993 das 3. Staatsexamen. Im Rahmen ihres AIP qualifizierte sie sich in der Plastischen Chirurgie bei Dr. Härtel in München. Ihre Assistenzzeit verbrachte sie fünf Jahre in der Plastischen Chirurgie. Danach trat sie in eine Praxisgemeinschaft mit Dr. Nathrath (Plastische Chirurgie, München) ein. 1999 begann Imke Plischko mit dem Aufbau einer eigenen Praxis für Neuraltherapie in der Münchner Innenstadt. Seit 2005 ist sie ausschließlich in eigener Praxis mit Schwerpunkt Neuraltherapie tätig. Imke Plischko ist Mitglied des Vorstands der Internationalen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke (IGNH). In ihrer Funktion als Lehrbeauftragte der IGNH hält sie in Deutschland, Spanien, Türkei, Mexiko, Argentinien, Ecuador und Kuba Vorträge zur Neuraltherapie. Sie ist Ehrenmitglied der Mexikanischen Gesellschaft für Neuraltherapie.
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Redaktion

Claus Fritzsche
Freier Texter und Journalist
Claus Fritzsche wurde 1964 in Marl, Nordrhein-Westfalen, geboren. Nach Abschluss eines BWL-Studiums und langjähriger Tätigkeit in der Industrie (Vertrieb & Marketing) ist er seit 2003 freier Texter und Journalist. Sein Markenzeichen: hoch komplexe Sachverhalte leicht verständlich auf den Punkt bringen. Als Journalist hat er sich auf die Themen Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht, Komplementärmedizin und Forschung sowie Grenzbereiche der Psychologie spezialisiert. Fritzsche ist Herausgeber des H.Blog: Homöopathie & Forschung. Hier im Neuraltherapie.Blog fungiert er als Chefredakteur, der einen Großteil der Beiträge verfasst und Artikel von Gast-Autoren redigiert.
Texter-Homepage von Claus Fritzsche
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Gast-Autor

Dr. med. Hans Barop
Facharzt für Allgem. Chirurgie und Neuraltherapeut
Dr. med. Hans Barop studierte 1968 in Kiel Medizin, promovierte 1974 und war von 1981 bis 1999 in der Endo-Klinik Hamburg (Chirurgische Spezialklinik für Knochen und Gelenkchirurgie) als Facharzt bzw. zuletzt als Oberarzt tätig. 1985 baute er innerhalb der Endo-Klinik eine neuraltherapeutische Ambulanz auf. Seit zehn Jahren ist Barop in seiner eigenen neuraltherapeutischen Spezialpraxis in Hamburg Blankenese tätig. Barop ist Autor des Buches „Atlas der Neuraltherapie nach Huneke“, einem wichtigen Standardwerk der Neuraltherapie.
Dr. med. Hans Barop im Neuraltherapie.Blog:
Wikipedia-Kritik: Neuraltherapie wird sachlich falsch und tendenziös dargestellt
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Twitter: Neuraltherapie.Blog
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